Streit zwischen Gewerkschaft NGG und Fleisch-Krone

Die Gewerkschaft NGG hat Streit mit dem Fleischunternehmen "Fleisch-Krone Feinkost GmbH" in Essen (Oldenburg) und wirft dem Unternehmen Verstöße gegen geltendes Recht vor. Auslöser ist ein für heute geplanter Informationsbesuch der NGG im Betrieb, der vom Arbeitgeber verboten wurde.

"Fleisch-Krone will verhindern, dass wir mit den Beschäftigten über Probleme im Betrieb sprechen und hindert Gewerkschaftsvertreter am Zutritt zum Betrieb. Das ist nicht akzeptabel. Dieses Zutrittsverbot verstößt gegen unser grundgesetzlich geschütztes Recht, dass wir direkt im Betrieb mit den Beschäftigten sprechen können. Wir haben uns bei der Ankündigung an alle rechtlichen Vorgaben gehalten, die Aktion bereits im Juni angemeldet und wollten lediglich in den Pausenraum. Dann werden wir das jetzt gerichtlich klären lassen und sehen uns danach wieder. Auch Herr Dreckmann hat sich an die Gesetze und Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes zu halten", erklärte Matthias Brümmer, Geschäftsführer der NGG Region Oldenburg/Ostfriesland. 

Der für die Aktion zuständige Gewerkschaftssekretär Christian Wechselbaum kritisiert die vorgeschobenen Gründe für das Zutrittsverbot: "Wir haben in diesem Jahr in neun Fleischbetrieben unserer Region Besuchstermine durchgeführt und in den Pausenräumen mit den Beschäftigten gesprochen. Nirgendwo gab es Kritik, dass NGG-Vertreter gegen Hygienevorgaben verstoßen hätten oder Betriebsabläufe oder den Betriebsfrieden gestört hätten. Auch bei Danish Crown, die sich auf dem gleichen Betriebsgelände befinden, waren wir im April zu Besuch. Vielleicht hätte Herr Dreckmann hier einfach mal nachfragen sollen, bevor irgendwelche Behauptungen in die Welt gesetzt werden.

Nach unserer Kenntnis arbeiten bei Fleisch-Krone viele osteuropäische Werkvertragsbeschäftigte. Das Unternehmen will offenbar verhindern, dass wir mit den Leuten ins Gespräch über die Arbeits- und Wohnbedingungen kommen. Das ist aber nur eine Frage der Zeit."

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