10 Gründe gegen den Austritt der Upstalsboom-Hotels aus dem DEHOGA

Die Upstalsboom Hotels in Schillig und Emden sind am 31.12.2018 aus dem DEHOGA ausgetreten. Der Austritt aus dem Arbeitgeberverband ist ein Ärgernis, da die Hotels bislang als positive Betriebe aufgefallen sind.

Wir kritisieren den Austritt aus dem Arbeitgeberverband.

Im Gastgewerbe herrscht ein massiver Personalmangel. Ursache ist insbesondere das Image der Branche als schlechter Arbeitgeber. Viel Streß, schwierige Arbeitszeiten, niedrige Löhne. Um wieder mehr Menschen für die Gastro zu begeistern, müssen branchenweit die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Das Instrument hierfür sind Tarifverträge. Also die Tarifverhandlungen zwischen der NGG und dem DEHOGA.

Aber je weniger vorbildliche Arbeitgeber Mitglied im DEHOGA sind, umso schwieriger wird es gute Tarifverträge zu vereinbaren. Da nützt es auch nichts, wenn sich die Upstalsboom-Hotels intern gut aufstellen, aber die Arbeitsbedingungen überall sonst nicht besser werden.

Gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe brauchen wir auch diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung der Tarifverträge einsetzen. Die Arbeitgeber, die auch ihre KollegInnen aus anderen Betrieben überzeugen. Hoteliers, die auch mehr bezahlen, als nur das Mindeste, was der Tarifvertrag vorsieht.

Tarifverträge sind die Basis der sozialen Marktwirtschaft. Wer das Tarifsystem ignoriert schädigt langfristig die gesamte Branche. Damit Menschen nicht zum Spielball des Marktes werden, setzen sich Gewerkschaften in Tarifverhandlungen für faire Bedingungen ein.

 

Zehn weitere Gründe, die für die Einhaltung von Tarifverträgen sprechen:

  1. Wenn wir den Fachkräftemangel angehen wollen, brauchen wir gute Tarifverträge. Und zwar gültig für alle Betriebe. Menschen möchten ihre Zukunft planen, Kinder bekommen, sich Träume erfüllen. Hierfür braucht man sichere und gute Arbeitsbedingungen. Häufig werden aber für einfache Tätigkeiten im Handel, im Lager oder der Industrie besser bezahlt als erfahrene Fachkräfte in der Gastro. Warum soll man sich als junger Mensch, dann den Stress antun und eine Ausbildung als Köchin, Hotelkaufmann, oder Restaurantfachfrau beginnen?

  2. Je mehr Betriebe sich an Tarifverträge halten, umso weniger schwarze Schafe gibt es. Gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe ist die Zahl der Betriebe, bei denen Arbeitsrechte keine Rolle spielen sehr hoch. Gerade darunter leidet das Image der Branche. Tarifverträge legen Mindestbedingungen fest, die für alle gelten sollen.

  3. Tarifverträge sind verbindlich für beide Seiten. Arbeitnehmer sind durch sie vor plötzlichen Verschlechterungen des Arbeitsverhältnisses geschützt. Arbeitgeber müssen nicht mit allen Beschäftigten ständig neu verhandeln. Absprachen und interne Richtlinien über Löhne und Arbeitsbedingungen können jederzeit gebrochen werden.

  4. Durch Tarifverträge wird die Zukunft planbar. Die Arbeitsbedingungen sind für die Laufzeit verbindlich festgeschrieben. Eingriffe in den Arbeitsvertrag sind ausgeschlossen.

  5. Nur Tarifverträge sorgen für faire und transparente Regeln in der ganzen Branche. Welche Zuschläge gibt es, wann kann ich hochgruppiert werden, wie hoch ist das Urlaubsgeld, wie viele freie Tage gibt es bei einem Umzug. All das ist in den Tarifverträgen für das Hotel- und Gaststättengewerbe einheitlich geregelt.

  6. Tarifverträge schützen vor Benachteiligungen. Es ist transparent geregelt, wann man in welche Tarifgruppe kommt. Das Geschlecht oder der Nasenfaktor spielen dann keine Rolle.

  7. Durch Tarifverträge werden die Beschäftigten fair am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Der Tourismus boomt und eigentlich müssten auch die Löhne in die Höhe schießen. Doch gerade beim Geld reichen Argumente aber nicht immer aus. Als einzelner Arbeitnehmer hat man es besonders schwer eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Die Tarifverhandlungen zwischen NGG und DEHOGA sichern eine regelmäßige Beteiligung am Branchenwachstum.

  8. Ohne Tarifverträge verlieren die Beschäftigten ihren rechtlichen Schutz und stehen ihrem Chef alleine gegenüber. Nur wenige Arbeitnehmer verhandeln über ihren Lohn selber. Und bei Themen wie Urlaubsgeld, Zuschläge, Kündigungsfristen, Arbeitszeiten und alles, was sonst in Verträgen geregelt ist, ist man ohne Tarifverträge in einer sehr schlechten Ausgangslage.

  9. Unfaires Lohndumping wird durch Tarifverträge weitgehend verhindert. Große Abweichungen vom Tarifvertrag können sich Arbeitgeber in der Regel nicht erlauben. Ansonsten würden sie dann kaum noch Personal finden und binden. Von Tarifverträgen profitieren daher alle Arbeitgeber und Beschäftigte der Branche.

  10. Zum Schluss: Besser geht immer! Mit einem Tarifvertrag gibt es aber eine verbindliche Ausgangsbasis, auf die man gemeinsam aufbauen kann.

 

Du arbeitest in der im Gastgewerbe? Hier kannst du online Gewerkschaftsmitglied werden. Denn nur wenn wir auch in der Zukunft weiterhin viele Mitglieder haben, werden wir in der Lage sein uns für gute Arbeitsbedingungen einzusetzen.